Bundesverkehrsminister Ramsauer droht mit Helmpflicht für Radfahrer

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Quelle/Source ´www.abus.de | pd-f´

Diese Nachricht machte in Windeseile ihre Runde: Bundesverkehrsminister Ramsauer „droht“ mit einer Helmpflicht für Radfahrer, wenn die Helmtragequote in absehbarer Zeit nicht über 50 % steige. Die Anzahl der helmtragenden Radfahrer in Deutschland soll derzeit bei knapp 10 % liegen.

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Veröffentlicht am 20. Oktober 2011 in Gesundheit, Recht, Verkehrspolitik und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 9 Kommentare.

  1. Typisch Politik: Bis ins kleinste das Leben der Bürger kontrollieren und durch Verbote und Gebote reglementieren. Wer denkt da noch an Bürokratieabbau!?
    Dafür ist keine Zeit, weil sich mit den Lobbyisten der Bauch voll geschlagen wird.
    Würde mich nicht wunder wenn der Schwager vom Ramsauer bei Uvex oder anderem Fahrradhelm-Hersteller im Vorstand sitz.
    😦

  2. „… dass das Thema Sicherheit durch Fahrradhelme – … – endlich durch seriöse Studien belegt werden würde.“
    Du gehtst von der Sicherheit aus und denkst der Beleg wäre nur noch nicht seriös erbracht?
    Ich denke, es wird nicht gelingen, auf seriöse Weise „die Sicherheit“ nachzuweisen, weil diese Sicherheit im gewünschten oder geforderten Maße gar nicht existiert.

    • Wie gesagt, will ich das nicht diskutieren. Wir gehen von subjektiven Einschätzungen aus, ohne dass wir aktuelle, valide Daten zugrunde legen können. Es wird Zeit, dass von unabhängiger Seite untersucht wird, in welchem Ausmaß Helme Unfallfolgen bei typischen Radunfällen abmildern können. Und das nicht im Vergleich Äpfel mit Birnen sondern innerhalb vergleichbarer Regionen bzw. Bevölkerungsgruppen.
      Darauf basierend müsste und könnte die Diskussion ganz neu geführt werden.

  3. Naja, wozu benötigt man Studien, wenn man mit bloss 25km/h mit dem Kopf (der mit einer gemütlichen, wärmenden Mütze bedeckt ist) auf den Asphalt prallt wird man einige Tage, Wochen oder Monate im Krankenhaus verbringen. Trägt man aber ein Helm, so muss man danch nur einige Minuten Im Fahrradgeschäft oder auf der website eines Fahrradhändlers verbringen. So, ist es zumindest mir ergangen: http://deichroller.wordpress.com/2011/06/09/aua/

    Keine Studie, Kein Wenn oder Aber! Helm, fertig! Du weisst ja leider nicht vorher wann ein Auto dich übersieht und kannst locker ausweichen! Kauf dir einen Uvex, Specialized, whatever…
    Als ich noch Moto gefahren bin, konnte ich nie verstehen, wieso diese Jethelme (ohne Kinnschutz) so beliebt waren, denn ich will nicht (meinetwegen mit bloss 10km/h) mit dem KInn auf den Asphalt prallen. Noch n Spruch, Kieferbruch;)

  4. Weiterführende Links zur Diskussion über die Gefahren des Radfahrens bzw. der (Nicht-)Notwendigkeit einer Helmpflicht:
    Berlinradler im Rad-Spannerei blog: Ist Radfahren gefährlich?
    Podcast von wissen.dradio.de zum Thema.

  5. naja man kann alles als gefährlich beurteilen und dann verbieten, radeln ohne Helm, joggen ohne Kreislaufüberwachung, klettern ohne Fangnetz, aber eines ist wohl immer noch erlaubt: RASEN AUF DER AUTOBAHN, ganz im Sinne der Autoindustrie….naja , wenn die Helmpflicht kommt, werd ich wohl einige Strafzettel bekommen, denn ich denke, sicher fahren fängt im Fahrverhalten an, nicht in der Rüstung. Und wenn mich dieser Staat kriminalisieren will, kann er das haben, dann werde ich wohl in die Richtung der Chaoten gedrängt, die nachts Autos anzünden…….haben Sie das gewollt, Herr Ramsaier

    • Naja, von „kriminalisieren“ zu reden ist hier ein wenig übertrieben. Auch die (zu) vielen Radfahrer, die ohne Licht fahren, begehen lediglich Ordnungswidrigkeiten, sind dadurch aber noch nicht kriminell.
      Hör dir mal den Podcast an (bin gerade dabei), der Kommentar des Unfallforschers ist sehr spannend. Er beschreibt, dass es keine Belege gibt, in wie vielen Fällen ein tödlicher Ausgang eines Unfalls durch einen Helm verhindert werden könnten. Er schätzt (wichtig: er sagt selber, es wäre ein Bauchgefühl), dass nur ca. ein drittel der tödlichen Kopfverletzungen durch das Tragen eines Helmes nichttödlich enden könnten. Das wären rund 100 Todesfälle weniger im Jahr. Dafür würde die Helmpflicht eine sehr große Zahl von Menschen in ihren Freiheitsrechten beschneiden. Hier wäre eine Abwägung zu treffen, die letzten Endes vor dem Verfassungsgericht landen würde und dort Bestand haben müsste – was nur bedingt wahrscheinlich ist.
      Ein anderes Thema wäre, ob eine Helmpflicht überhaupt durchsetzbar und überwachbar wäre. Wann sollten Polizei und Ordnungsamt nun eingreifen? Beim jugendlichen, ungestümen Fixiefahrer? Bei der rüstigen Rentnerin? Beim Rennradfahrer? Eine Aufgabe, die die Kommunen wahrscheinlich mehr Geld kosten würde als durch Verwarnungen eingenommen werden könnte und die die ohnehin überlasteten Behörden noch mehr von wirklich wichtigen Aufgaben abhalten würde. Es wird spannend!

  6. Endlich den Podcast zu Ende gehört. Wer nach dem (recht ausführlichen) Gespräch mit dem Unfallforscher abschaltet, verpasst nichts. Der Rest ist nämlich leider recht belanglos.