Verleihung FahrradStadtBerlin am 16.5.2011

Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung:

Zum vierten Mal wird die Auszeichnung „FahrradStadtBerlin“ verliehen. Damit werden Maßnah­men und Aktivitäten ausgezeichnet, die in besonderem Maße zur Förderung des Radfahrens im Berliner Stadtverkehr beitragen.
Die vermehrte Nutzung des Fahrrades auch auf Alltagswegen kann einen erheblichen Beitrag zur umweltfreundlichen und stadtverträglichen Abwicklung des Verkehrs leisten. Seine Förderung ist deshalb ein wichtiges Anliegen der Berliner Verkehrspoli­tik.

(Pressemitteilung vom 11.05.2011)

Geehrt werden in diesem Jahr Torsten Schmidt (für das Projekt „Geisterräder„), Axel von Blomberg und Dr. Ulrich Gries (Mitautor des Buches „Berlin per Rad entdecken„) als  Pioniere des Fahrradtourismus in Berlin sowie die König und Heunisch Planungsgesellschaft (für den Entwurf des Aalemannstegs).

Natürlich gibt es viel Kritik an der Verkehrspolitik des Berliner Senats und somit an der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Eine bunte Mischung aus der Ankündigung der bevorstehenden Preisverleihung und einer berechtigten Kritik an der Verkehrslenkung Berlin (VLB) war am vergangenen Samstag im Tagesspiegel zu lesen. Man sollte trotz aller Kritik jedoch nicht übersehen, dass die Verleihung eines solchen Preises zeigt, dass die Politik den Radverkehr inzwischen tatsächlich wahrnimmt.

Bis der Radverkehr und somit „die“ Radfahrer eine wirklich ernstzunehmende Größe in der (verkehrspolitischen) Berliner Öffentlichkeit darstellen muss noch viel getan werden. Nicht zuletzt von „den“ Radfahrern: durch eine Wahlentscheidung, die „unsere“ Belange nicht ausklammert: eine Partei zu wählen, die in erster Linie pro Auto denkt und entscheidet, und sich hinterher darüber zu ärgern, dass wir Fahrradfahrer mal wieder nur in der zweiten Reihe sitzen fahren, ist inkonsequent. Nur, wenn die Politik merkt, dass ein bedingungsloses (oder auch überwiegendes) ja zum motorisierten Individualverkehr Wählerstimmen in nennenswerter Zahl kostet, wird sich für „uns“ etwas grundlegend verändern. Dann wird auch der Preis „FahrradStadtBerlin“ ohne Hinweise auf Kritikpunkte zur Verkehrspolitik kommentiert werden können.

Denkt jedenfalls Ihr/Euer

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Veröffentlicht am 16. Mai 2011 in Berlin, Verkehrspolitik und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Bri-on-Bike

    Die Zahl der Fahrradfahrer hat in den letzten Jahren in Berlin stark zu genommen, doch es muss noch sehr viel getan werden um Berlin als Fahrrad-Stadt zu bezeichnen. Der Ausbau der Radwege lässt sehr zu wünschen übrig. Oft sind diese mit kleinen Steinen gepflastert, so dass man sich beim befahren vorkommt wie bei der Arbeit mit einem Presslufthammer. Autofahrer möchten auch asphaltierte Straßen und nicht ständig über Kopfsteinpflaster fahren. Wieso geht das nicht auch bei Radwegen? Hinzu kommt, leider, dass viele Fahrradfahrer die Regeln missachten. Eine ernstzunehmende Größe werden Radfahrer erst sein wenn sie sich an diese Regeln halten! Ein Appell an ALLE RADFAHRER, die dies nicht tun! Sie gefährden nicht nur sich, sondern alle Verkehrsteilnehmer.
    Bri-on-Bike

  2. Noch besser wäre es, wenn Radwege grundsätzlich von Bürgersteigen verschwinden würden. Vielerorts sind keine Radverkehrsführungen notwendig. Da, wo sie sinnvoll sind, reicht es auch aus, wenn Spuren auf der Fahrbahn aufgemalt werden (und das Zuparken konsequent geahndet wird).

  3. Ich finde den Grundgedanken gut. Man muss für seine Rechte und für seine Hobbies eintreten. Aber ist es nicht ein wenig überheblich gleich von den „Radlern“ zu sprechen? Als ob Radler keine Autofahrer oder Fußgänger sein können. Man braucht nicht gleich diese Gruppenspaltung zu vollziehen. In der Politik gibt es nämlich wichtigere Entscheidungskriterien als „Pro Radfahrer“ oder „Pro Auto“.
    Was ich aber dem Artikel zugestehen ist, dass eine Lobbyarbeit auch in diesem Bereich wichtig ist. Unserere Heimat Berlin hinkt gerade im Bereich Verkehrsvielfalt anderen Städten wie München meilenweit hinterher. Es gibt also genug Aufholbedarf und dabei helfen solche Auszeichnungen.