VELOBerlin: der zweite Tag

Inzwischen ist auch der zweite Tag der VELOBerlin zu Ende und die VELOBerlin 2011 Vergangenheit. Von 10 bis 18 Uhr konnten Vorträge angesehen, Fahrräder ausprobiert und Fachsimpeleien geführt werden.

Was bleibt nach gut 20 Stunden Messe und Kongress übrig? Vor Allem: ein gutes Gefühl. Die Messe ist angekommen. Ich habe niemanden erlebt, der unzufrieden war oder sich nicht wohlzufühlen schien. Bei mir gehörte der Messebereich im Pavillon am Funkturm zu den Faktoren, die diese Stimmung stark beeinflussten. Wenig High-tech, wenig Marketing, dafür mehr Leidenschaft, Chaos und Gemütlichkeit. Dies sollte aber nicht so verstanden werden, dass hier die Fahrradenthusiasten der 80er Jahre mit ihren schon etwas betagten Fahrrädern das Bild dominierten.

Doch, natürlich gab es auch das:

Tilmann Waldthalers Rad von 1977

Aber gleich daneben stand das Liege-Trike von Tilmann Waldthaler, mit dem er durch Australien gefahren ist:

Tilmanns Liege-Trike

„Vintage“ und „High-tech“, Enthusiasmus und Geschäft: Die Stimmung in dieser Halle wurde durch Stände wie KEIRIN Cycle Culture Café, dem Fahrradkollektiv der Radspannerei, dem tollen Stand des Radmagazins fahrstil, Rahmenbauern und Tüftlern wie Veidt Rahmenbau oder Schmidt Maschinenbau (SON) ausgemacht. Menschen, die Fahrräder oder Fahrradteile erfinden, bauen oder verkaufen, weil das Fahrrad ein Teil ihres Lebens ist – und nicht nur ein Job.

KEIRIN

Radspannerei

fahrstil / SON

Es sind die Menschen, deren Augen leuchten, wenn sie ihre Produkte erklären. Und Menschen, die einen Teppich auslegen, ein Sofa hinstellen und über ihre Ideen reden, bevor sie die Auftragsbücher hervorholen. Dass die Organisatoren der Messe, namentlich die „Chefin“ Ulrike Saade, auch zu diesen Menschen gehört, macht den Unterschied zu einer „normalen“ Messe aus. Diese Messe soll den Verkauf ankurbeln und die Auftragsbücher füllen. Aber sie soll auch für leuchtende Augen sorgen und das Gespräch über die gemeinsame Liebhaberei ermöglichen. Und es funktionierte.

Ulrike Saade

Thomas Veidt

Gunnar Fehlau / fahrstil

Auf der anderen Seite war natürlich auch alles zu sehen, was den Markt ausmacht: ROSE mit einem durchgestylten Stand, der zeigt, wie weit Fahrradversender heute von ihren Wurzeln in den 80er und 90er Jahren entfernt sind. simple.ch mit durchdachten Rädern, die nicht den Normalradler ansprechen können, dafür aber diejenigen, die ihre Leidenschaft und Vorliebe für technische Perfektion und Nachhaltigkeit auch bezahlen können. Die Deutsche Bahn mit ihrem Bike- und Carsharing-Programmen, Thule mit hübschen jungen Damen, die Fahrradträger an den Mann bringen sollten. Stadler mit einem breiten Angebot und den inzwischen bekannten Messesonderangeboten.  Und natürlich ein fast unüberschaubares Angebot an E-Bikes nahezu jeder Art.

ROSE

simple.ch

cannondale E-Bike

Diese Messe hat es geschafft, die Brücke zu spannen: zwischen Enthusiasten, Szene und dem Normalradler.

Jetzt wartet eine neue Aufgabe auf Velokonzept und die VELOBerlin: aus dem Anfangserfolg dieser Messe eine Institution werden zu lassen, ohne den Enthusiasmus zu verlieren.

BikeBlogBerlin drückt die Daumen und freut sich auf die VELOBerlin 2012!

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Veröffentlicht am 27. März 2011 in Berlin, Messen und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für VELOBerlin: der zweite Tag.

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