Radwege in Europa: Mallorca

Um nicht zu sehr in regionalen Gefilden zu verweilen erweitere ich die Rubrik „Radwege in Deutschland“ nun um die europäischen Nachbarländer. Beginnen möchte ich mit der Radsportinsel Mallorca und ihrer Hauptstadt Palma de Mallorca.

Radfahren auf Mallorca geschieht unter völlig anderen Vorzeichen als daheim in Berlin. Die überwiegende Mehrzahl der Radfahrer wird von Urlaubern gestellt, die in den Frühlings- und Herbstmonaten, vor allem aber im März und April, Mallorca zum Fahrradfahren aufsuchen.

Dem entsprechend sind die auffallendsten Radwege diejenigen, die für Touristen angelegt wurden. Viele kleinere Straßen wurden in „Fahrradstraßen“ umgewidmet, auf denen eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h vorgeschrieben ist und regelmäßige Hinweisschilder auf die häufig anzutreffenden Radfahrer hinweisen:

Fahrradstraße

Grundsätzlich sind fast alle, auch kleine Straßen hervorragend ausgebaut und asphaltiert. Ein Tribut an viele Rennradfahrer, die diese Straßen für ihr Wintertraining oder die Saisonvorbereitung nutzen.

In Palmas Hauptstadt, Palma de Mallorca hingegen sind Radwege eher selten. Wenn sie vorhanden sind, sind diese meist zweispurig ausgelegt, leider jedoch auch in unterschiedliche Richtungen, so dass ständig mit Gegenverkehr gerechnet werden muss.

Radweg Palma de Mallorca

Auf spannenden Pfaden und mit teilweise halsbrecherischen rechtwinkligen Abbiegungen führen diese Wege am Strand entlang bzw. durch die Stadt hindurch. Wer rein „touristisch“ mit 10 – 15 km/h unterwegs ist mag hiermit zufrieden sein, für Rennradfahrer oder schnelle Alltagsradler sind diese Wege nicht geeignet.

Um ein Vorurteil auszuräumen: Radfahren auf Mallorca ist eine sehr entspannte Angelegenheit. Nahezu jeder Autofahrer wartet eine halbe Ewigkeit, bis sich eine Gelegenheit bietet, den Radfahrer in einem weiten Bogen zu umrunden. Selbst LKW-Fahrer warten mit einer (verglichen mit Berliner Verhältnissen) fast sensationellen Gelassenheit auf die Möglichkeit, mit sicherem Abstand zu überholen.

Radfahren auf Mallorca macht Spaß – nicht nur wegen des (meist) schönen Wetters! Allerdings sollte man im Sommer die berüchtigten Hochburgen deutscher (und holländischer) Ausgelassenheit meiden. Im Frühjahr und Herbst sind die Temperaturen sowieso besser für Radtouren geeignet und die Cafés haben meist noch freie Tische (wie hier vor dem bekannten Café Colón in Llucmajor).

Um die Versorgung mit „Material“ muss man sich keine Sorgen machen, schließlich haben diverse Radverleiher auf der ganzen Insel ein stets großes Angebot unterschiedlicher Räder zu bieten. Wer allerdings höhere Ansprüche stellt sollte sich schon zuhause nach den etablierten Verleihfirmen wie Hürzeler, Rompelberg oder Philipp’s Bike Team umsehen und eventuell vorab Räder reservieren. Eine Woche Radverleih kostet bei einfachen Rädern / Rennrädern ca. 60 €, ein Carbonrennrad kostet ungefähr doppelt so viel.

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Veröffentlicht am 16. März 2011 in Ausprobiert, Verkehrsplanung und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Mallorca ist wirklich super um zu biken, vor allem kann man das viel über die Natur der Insel erfahren und man fühlt sich einfach besser an der Meeresluft. LG der Partyboy