Neben der Spur. Das Fahrradhasserbuch.

Patricia Pantel und Andreas Keßler, die Moderatoren der „Sonntagsfahrer“ auf radio1 haben das „Fahrradhasser-Buch“ gelesen und mit der Autorin, der Journalistin Anette Zoch gesprochen. Das Interview ist unter diesem Link nachzuhören (Sendung vom 6. März 2011).

Einiges, das die Autorin nervt, ist wohl bekannt. Dass die Verkehrsmoral von Radfahrern nicht unbedingt vorbildhaft ist, muss eigentlich nicht extra thematisiert werden. Eine Analyse, warum dies so ist, fehlt jedoch (oder ist mir nicht bekannt) – genauso wie Ansätze, dies zu verändern. Das Fahrradhasser-Buch als erster Schritt in diese Richtung?

Nach dem Hören des Interviews bleiben Zweifel. Analyse: Fehlanzeige. Immerhin gibt Annette Zoch zu, dass auch sie ein nicht regelkonformes Verkehrsverhalten zeigt, wenn sie auf dem Rad sitzt: (das) „habe ich an mir selber festgestellt. … Man vergisst plötzlich sämtliche Verkehrsregeln“. Ist das Buch also eine Art Selbsttherapie, damit sie sich auf dem Rad zukünftig bessert? Das wäre doch mal ein schöner Ansatz. Aber braucht es dazu ein Buch, bei dem alle Radfahrer „ihr Fett wegkriegen“?

Allgemeinplätze wie „Wenn sie wieder runtergestiegen sind vom Drahtesel, dann stellt sich die Vernunft ja doch meistens ein“ führen beim (radfahrenden) Zuhörer nicht dazu, der Autorin einen differenzierten Umgang mit dem Thema zu unterstellen. Schade, dass die Autorin zudem selber nicht wirklich viel dazu beitragen kann, dass sich das Bild des Radlers nachhaltig bessert. Mehr als den Vorschlag, dass ein Verkehrsregelkurs für Radfahrer eingeführt werden könnte, kam bei diesem Interview nicht heraus. Also muss doch erst ein Wald abgeholzt werden, damit alle Radfahrer nach dem Schreiben (und Drucken) des eigenen Buches ein vernünftiges Verkehrsverhalten an den Tag legen? Bitte nicht. Schade um den Wald, schade um die Druckerschwärze.

Dennoch sollte man sich selber ein Bild machen, vielleicht sehe ich das auch nur zu negativ? Immerhin bin auch ich oft genug von meinen Mitradlern genervt. Also ‚rauf auf meine Wunschliste:

  • Neben der Spur. Das Fahrradhasserbuch
  • ISBN 978-3836302784
  • Verlag Sanssouci, 2011
  • 9,90 €
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Veröffentlicht am 7. März 2011 in Buchvorstellung und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Mutig, dass Du das Buch nach dem Interview lesen willst. Das klang sooo uninteressant, so nichtssagend und die Autorin so bemüht hipp, nee, das wird nix.

    Wir haben versucht, das schnell zu vergessen, hat bis gerade eben geklappt 🙂

  2. Ja, stimmt schon.
    Ich melde mich, wenn ich das Buch habe. Dann darfst du mich „kleiner mutiger Blogger“ nennen 😉

  3. das buch ist der pure schwachsinn.
    nicht kaufen, die autorin verdient keinen cent!

    stellenweiße ganz lustig geschrieben wenn man den inhalt ignoriert.

  4. Naja, immerhin hat die Autorin bei mir geschafft, dass ich eine erste Reszension auf am*z*n geschrieben habe 😉

    Bin von dem Buch auch enttäuscht… keinen Funken Humor, nur Plattitüden 😦

  5. Bevor das Interview im Archiv verschwindet: hier der Link zum Download: Die Sonntagsfahrer auf radioeins