Hans Christian Smolik ist tot

Nach Meldungen im Internet, Twitter und diversen Foren ist der „Fahrradpapst“ Hans Christian Smolik gestern im Alter von 66 Jahren gestorben.

Smolik hat in den 80er Jahren Ideen entwickelt und ausprobiert, die bis heute die Entwicklung des Rennrades mit beeinflussten. Bremshebel mit unsichtbar verlegten Zügen, radial gespeichte Vorderräder und Einspeichtipps, die zu wirklich gut gebauten Laufrädern führten. Daneben gingen auch exotische Tipps wie das „Kreuzen“ von „eurasischen“ Schaltungskomponenten auf sein Konto. Dass es möglich ist, auf einem Campa-Rotor mit Campa-Ritzeln die Kette durch ein Dura-Ace-Schaltwerk verschieben zu können bewies er durch akribische Messungen und deren Darstellung. Noch heute fahre ich eine entsprechende Kombination. Seine Beiträge in der Velo-Werkstatt des Radmagazins „Tour“ waren für mich und viele andere Rennrad-Begeisterte monatliche Pflichtlektüre. Die Tour-Sonderhefte Velo-Werkstatt gehören zu den wenigen Magazinen, die dem jährlichen Ausmisten entgehen konnten.

Hans Christian Smolik war eine Größe in der deutschen Fahrradszene. Leider hatte ich nie Gelegenheit, ihn persönlich kennenzulernen. Mein Beileid gilt den Hinterbliebenen.

http://www.smolik-velotech.de/

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Veröffentlicht am 3. August 2010, in Allgemeines. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Ich habe einen Frend verloren. Einen, mit dem ich so oft phantasiert habe, mit dem ich so oft davon gesponnen habe, etwas gemeinsam zu machen. Einen, den ich so gern hatte, das ich ihm mehr Glück gewünscht habe, als mir selbst. In immer noch unfassbarer Trauer hadere ich mit mir selbst, frage mich immer wieder, warum ich nicht mehr mit und für ihn – und also auch mich – getan habe; warum ich in den Tagen der Krankheit nur so selten bei ihm war. Dass ich es nun nicht mehr kann, tut weh. Lieber Christian – wo auch immer Du jetzt bist – bitte verzeih, dass ich so egoistisch war und nicht mehr Zeit mit Dir geteilt habe, als ich gekonnt und auch gewollt hätte, wenn ich „Freundschaft“ nur ein klein wenig wichtiger genommen hätte. Wenn wir uns je wiedersehen, dann mach ich´s wieder gut und was ich für Dein Andenken auf dieser Seite der Welt tun kann, das soll geschehen. Mach´s gut mein Freund, halt die Ohren steif und schau, das Du ein Rad für mich bereithälts; dem Himmel ist vedammt groß.